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"Nomadenkunst" habe ich auf die Flagge dieser Homepage geschrieben. Der Nomade zieht aber nicht wahllos durch die Wüste - da würde er verdursten. Er ist unter anderem trainiert im Widerstehen gegen Fata Morganas. 

Eine Oase der Kunst sehe ich in den sogenannten Stereogrammen. Bereits das pure Bild mag ich: Das ist grafische Minimal Art. Die Technik, mit der dem Gehirn ein räumliches Zweitbild untergejubelt wird, erfordert als erstes grafische Repetitionen mit Streuungen und Minimalvariationen, so dass mir Stereogramme wie bildgewordene Musikstück des mittleren Philipp Glass erscheinen - einem Minimalmusiker, der anfangs zu streng und später zu lax komponierte, der jedoch in seiner "mittleren" Phase, von "Einstein on the Beach" über "Koyanisquatsi" bis "Echnaton", ein anti-klassisches plus außermodernes Königswerk schuf.

Kaum war das erste Buch mit Stereogrammen weltweit ein Bestseller, schoben die Billigdrucker Ramschware in ihre Verkaufsmaschine. Die Hälfte der Menschheit blieb ja auch frustriert vor der Tür und sah nie das Stereobild. Die feinen Bilder des ersten Buches ertranken in Kopien. Ich schwamm munter weiter, habe CDs und Kalender mit Stereogrammen.

Als Kunstnomade muss ich nicht alles gleich ansteuern, was mir ein Ziel ist. Zum persönlichen Wahlthema "Stereogramme sind Grundlage einer Kunstrichtung" habe ich bisher nur technische Versuche durchgeführt, und erlaube mir hier das animierte Hai-Stereogramm von Fred Hsu, März 2005, zu zitieren: