| "Ich bin Tierheilpraktier" -
das darf jeder sagen. Es ist ein "ungeschützter Beruf". Ich
sage das nicht. Aber "Ich bin Journalist" - das ist meine Option, falls
ich mal nichts Originelleres vorhabe. Als Journalist kann sich auch
jeder ohne Vorwarnung ausgeben. Deshalb reicht die Spannweite von
grausigen bis genialen Journalisten. Man muss sich das vor Augen
halten, wenn da jemand vor einem steht und die Rolle des Journalisten
spielt: Das kann grausig werden. |
Bis heute war ich nie
Zeitungsjournalist, nur eben, welch ein Durchmarsch, gleich Moderator
im Regionalfernsehen. Wenn man so will, sind aber meine Auftragsfilme
für Hochzeiten und Geburtstage schon Journalismus. Damit habe
ich von 1992 bis 2010 etwa das Zehnfache verdient wie als
Künstler, und das ganz nebenbei und immer steuerfrei.
Dienstleister sind eben eine klare Sache. Ein Kunstwerk lässt
sich durch eine Blumenvase ersetzen, ein Hochzeitsfilm nicht. |
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Zum Film oben:
Der "Stuttgarter Filmwinter"
ist eine Melange aus künstlerischer Trampelei und
unerklärbar zusammengestellten Wettbewerben. Das darf aber
niemand sagen oder zeigen. Es gibt eine seriösistische
Pressearbeit und ein sponsorengerechtes Selbstverständnis,
gegen das auf dem konkret stattfindenden "Filmwinter" dann
verstoßen wird. 2010 habe ich aber doch mal in Youtube der
Veranstaltung einen journalistischen Spiegel vors Gesicht gehalten:
Abstrus und überaltert gestartet, schräg moderiert,
verwirrend geendet, dabei aber eine auf den zweiten Blick eben
kunsthaltige Form erstellt. Grins.
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Zum Film oben:
"Zeig mich, wie toll ich bin.
Da, nimm ein paar Geldscheine..." Rechtlich sind meine Geburtstags- und
Hochzeitsfilme ungeklärt. Ich halte mich aber an den Codex der
Privatfilmer und glaube, die Auftraggeber erwarten und
würdigen das so auch: Nix geht raus. Hier, für "Nomadenkunst", geht mal eine Filmaktion doch raus, weil sie bis auf ein
Kompliment an die Braut nichts Privates enthält. Es war eine
blind-akrobatische Filmaktion, auf die ich stolz bin: Allein im
Journalisten-Auto sitzend und steuernd, habe ich doch den Autokonvoi
mit hallenden Hupen quer durch den Tunnel gefilmt.
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