Chemie-Einstieg
Der klassische Lehrplan der Chemie am Gymnasium beginnt in Klasse 9 mit einem Einstieg über die Stoffchemie. In der Lehrerkonferenz gut klingende Gedanken wie "Die Schüler bei ihrer Neugier auf die Stoffe packen" und "den historischen Werdegang der Chemieerkenntnis nachvollziehen" schweben dahinter. In der Praxis macht dieser Einstieg Chemie seit 30 Jahren zum unbeliebtesten Nebenfach der Schule. Weil dieser Einstieg wirr ist. Weil Phänomene auftauchen, die der Lehrer ein bis zwei Jahre lang nur provisorisch erläutern kann. Ich habe mir schon als Referendar und erneut in einer Klasse 9 2003 erlaubt, mit Atombau |
und Bindungstheorie einige Wochen lang theoretisch anzufangen. Wie bei einem Bühnenstück mit Vorspann schlichen sich dann allmählich die chemischen Versuche ein und steigerten sich, waren Belohnung nach erkenntnistheoretischer Durstsstrecke. Das klappt so lange, wie ich die Klasse anschließend in 10 nicht einem Kollegen übergeben muss. Weil meine Schüler schon "alles wissen" in der Anorganik am Ende von Klasse 9. In der Zeit der Schulzeitverkürzung meine ich, man sollte es wagen, die Chemie mit einfachem aktuellen theoretischen Wissen in Klasse 9 bzw. 8 in der Realschule zu beginnen. Es beschleunigt und begradigt. |
Stundenverteilungsplan für den Chemieunterricht, erstes Jahr (ein "Stundenverteilungsplan" ist ein "Drehbuch des Unterrichts") von Christoph Mennel, Stand 1.9.2003 (In Klammern: Zahl der benötigten Unterrichtsstunden)
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