Weiteres
Home ] Vorwort ] Sortierung ] Nichtreisen ] Antithese ] bodenständig ] Gedicht ] [ Weiteres ] Impressum ]

 

Zum Ticket oben: Ja, genau, London. Da war ich dreimal. Und in Paris, Amsterdam und Hamburg auch dreimal. In Berlin mindestens dreimal. Und in Moskau, in Wien, Rom, Brighton, Luzern, Saint Brieuc, Südfrankreich von Santa Maria de la Mer bis Mailand (jaja, das ist dann in Italien) - hey, ich war durchaus dort. Etwa zehn Skiurlaube an wechselnden Orten gab es, bevor ich das abbrach ("Ich kann jetzt so gut skifahren, dass ich jedesmal nach einer Minute wieder am Skilift bin. Ich will jetzt nur noch Schlitten fahren"). Auch nach Sankt Peter Ording in der Nordsee verschlugen mich Zufälle dreimal, plus es gab Aufenthalte auf den Nordseeinseln Amrum und Texel, sowie eine Fahrt mit dem Nordsee-Segelschiff "Aldebaran". Und mehrtägige Klassenfahrten als Lehrer gab es auf den Schachen, nach Braunsbach, Bodensee, Burg Derneck, Karlsruhe...

Und warum steht das nicht hier? Weil die Homepages zu neunzig Prozent der von mit bereisten Orte noch unfertig sind, Rohbauten. Und weil es aus früherer Zeit oft wenig Fotos gibt, eine Handvoll von Amrum, vier vom ersten Besuch in Rom, drei von meinem ersten Besuch in Amsterdam, zweie von meinem ersten Besuch in Paris, und kein Foto von Texel und meinem ersten Besuch in Venedig. Ich umkreiste das Dokumentieren meiner Reisen vom gezielten Garnicht (Venedig und Texel) bis zur bewusst dem Fotografieren gewidmeten Tour (Madrid). Ich grübelte nach über das Medium: Nur Polaroids bei der Südfrankreich-Fahrt, viel Film in Barcelona, üblicherweise aber schon bunte Fotos, dabei aber wechselnde Schwerpunkte.

Gibt es eine Bilanz? "Tu es. Tu es exzessiv. Und dann lasse es." Passt intern schon, hat mir aber in der typischen Anwendung von "Exzess" und "Lassen" zu viel Pathos. Aus Sicht von Reiseveranstaltern bin ich nie exzessiv gereist, kein Machu Picchu und kein Thailand. Eher mag ich die Bilanz: "Wenn du nicht mit Konzept reist, reist die Reise an dir vorbei." Wo sich mir ein ansprechendes Konzept bietet (nein, keine Bildung, nein, keine Wellness, nein, kein Abenteuer, nein, keine tollen Fotomotive, nein, kein Botschafter einer Organisation, ja für eigene Kunst, ja als Musiker), lasse ich das Reisen nicht.

Heute am 19.9.2016 mailte ich an einen Bekannten, der mit seiner Frau eine Weltreise machte: "Ihr seid rund um die Erde gereist! Laute Orte, zu denen ich sehr wahrscheinlich nie kommen werde. Bin beeindruckt, werde selbst aber wohl weiterhin weitgehend nur im Nahraum reisen." Da hinter steckt mein Lebensgefühl, mit dem ich in der Ersten Welt zu überleben, weiter zu leben und bergauf zu leben versuche. Nennen wir es "Puristischen Eklektizismus" (hehe, die beiden Begriffe müsst ihr erst mal aus der Ecke holen und gegebenenfalls recherchieren, und die Wort-Kombination stammt von mir). Das, was ich hier, etwas gegen den kommerziellen Strom, über "Reisen" äußere, passt in meinem Fall übrigens auch auf Autos, Wohnungsgestaltung, Kleidung und das Essengehen in Lokalen.